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Winterdepression? – Sie sind nicht allein!

Wie sich die klassische Depression von der Winterdepression unterscheidet und wie Sie ihr die Stirn bieten können

Wenn alle Jahre wieder die Tage kürzer werden, das Wetter kälter und ungemütlicher wird, kann bei vielen Menschen eine depressive Verstimmung aufkommen. Jede dritte Frau und jeder vierte Mann fallen im Winter in ein Stimmungstief, was dazu führt, dass sie sich krank und antriebslos fühlen. Während diese Stimmungsveränderungen nicht immer Symptome einer diagnostizierbaren Erkrankung sein müssen, können sie dennoch Einfluss auf Ihr Wohlbefinden haben. Halten diese Stimmungsänderungen länger als 14 Tage an, kann es sich um eine „Winterdepression” handeln. Von Winterdepression spricht man, wenn die Symptome einer depressiven Episode ausschließlich und wiederholt zu einer bestimmten Jahreszeit, typischerweise im Herbst und Winter zeigen. Neben den klassischen Symptomen einer Depression treten atypische Symptome wie Heißhunger statt Appetitverlust und vermehrter Schlaf statt Ein- und Durchschlafstörungen auf. Lesen Sie hier, wie sich eine solche Winterdepression äußert und wodurch sie entsteht, wie Tageslicht Einfluss auf Ihre Stimmung haben kann und wie Sie die Winterdepression wirksam bekämpfen können. Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne persönlich in Ihrer Damian Apotheke zur Verfügung.

Bleiben Sie gesund,

Ihre Damian Apotheke


Wie äußert sich eine Winterdepression?

Die Winterdepression gehört zu den saisonal auftretenden Störungen des Gefühlslebens. Wie der Name andeutet, tritt sie in der dunklen Jahreszeit auf. In dieser Zeit berichten die Betroffenen über Energielosigkeit und übermäßige Traurigkeit. Sie haben ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis und meistens mehr Appetit als sonst – vor allem auf Süßes. Ein stärkeres Schlafbedürfnis und Lust auf Süßes sind im Winter allerdings nichts Außergewöhnliches. Erst wenn diese Bedürfnisse ausarten, zur Belastung werden und andere Symptome hinzukommen, kann eine Behandlung notwendig werden. Nur etwa jede zehnte Depression, die im Winter auftritt, ist tatsächlich eine echte Winterdepression.

Warum werden wir in der Winterzeit so schnell müde?

Wenn es abends dunkel wird und weniger Licht ins Auge fällt, ist das ein Signal für die Zirbeldrüse tief im Inneren des Gehirns. Sie schüttet das Schlaf einleitende Hormon Melatonin aus – der Mensch wird müde. Da im Winter die Lichtintensität insgesamt geringer ist, wird auch tagsüber mehr Melatonin ausgeschüttet. Der menschliche Körper folgt einem biologischen Rhythmus. Vor allem der Schlaf-Wach-Rhythmus wird dabei über den Lichteinfall im Auge reguliert. Bei Menschen mit Winterdepressionen ist die biologische Uhr offenbar verstellt: Der Körper schüttet erst verspätet Melatonin aus, und die Produktion läuft in den Morgenstunden auf höherem Niveau weiter.

Welche Symptome können auftreten?

  • Antriebslosigkeit
  • Gedrückte Stimmung
  • Gereiztheit
  • Erschöpfung, Energielosigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • erhöhter Zuckerkonsum und in der Folge Gewichtszunahme
  • Nervosität
  • Appetitmangel
  • erhöhtes Schlafbedürfnis, Tagesmüdigkeit
  • Freudlosigkeit, Interessenverlust
  • verringertes Selbstwertgefühl
  • Konzentrationsschwäche
  • negative Gedanken, Hoffnungslosigkeit

Vorbeugung

  • Starten Sie eine Lichttherapie. Sie können sich zum Beispiel eine spezielle Tageslichtlampe kaufen und sich jeden Morgen 20 bis 30 Minuten dem Licht aussetzen, während Sie nebenbei frühstücken oder lesen.
  • Nehmen Sie so viel Tageslicht wie möglich mit. Es kann schon helfen, einen kleinen Spaziergang in der Mittagspause zu machen oder ab und zu am geöffneten Fenster zu sitzen.
  • Meiden Sie helles, vor allem blaues Licht am Abend – auch das Ihres Smartphones.
  • Bewegen Sie sich auch im Winter regelmäßig, am besten an der frischen Luft. Es ist egal, ob Sie Rad fahren, joggen, Nordic Walking betreiben oder lange Spaziergänge machen.
  • Vermeiden Sie Stress. Fällt Ihnen das schwer, können Sie Stressmanagement-Programme oder Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation und Autogenes Training erlernen.

Behandlungsmöglichkeiten

Behandelt werden kann eine Winterdepression (Fachbegriff: saisonal bedingte Depression) mit einer Lichttherapie, einer medikamentösen Behandlung sowie Psychotherapie.

Lichttherapie

Die wichtigste Therapieoption für Patienten mit einer Winterdepression ist die Lichttherapie, die den Tag künstlich verlängert. Dazu setzt sich der Patient zwei Wochen lang täglich vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang für maximal eine Stunde vor ein Lichtgerät mit etwa 2.500 Lux. Alternativ wird eine stärkere Lichtquelle mit 10.000 Lux verwendet. Dann reichen 30 Minuten Lichttherapie am Tag aus.

Zum Vergleich: Ein heller Sonnentag strahlt mit bis zu 100.000 Lux. Da der Körper für die Bildung von Vitamin D Licht braucht, entsteht in den Wintermonaten häufig ein Vitamin-D-Mangel. Dieser wird ebenfalls als Faktor bei der Entstehung einer Winterdepression diskutiert. Ziel der Lichttherapie ist es, den Körper mit UV-Licht, welches im natürlichen Sonnenlicht enthalten ist, zu versorgen. Viele Studien weisen darauf hin, dass die Lichttherapie besonders bei saisonal bedingten Depressionen wirkt. Patienten, die diese Therapie wünschen, müssen sie allerdings selbst bezahlen.

Übrigens: Auch ein bedeckter Himmel ist deutlich heller als jede gewöhnliche künstliche Lichtquelle. Zudem ist ein gut durchstrukturiertes Tagesprogramm ratsam und wirkt sich bei einer Winterdepression ebenfalls positiv aus.

Medikamentöse Behandlung

Insbesondere bei schweren Winterdepressionen ist zusätzlich eine medikamentöse Behandlung nötig. Dabei kommen Medikamente zum Einsatz, die auch bei anderen Depressionsformen eingesetzt werden, vor allem selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI). Als pflanzliche Alternative hat sich auch die Einnahme von Johanniskraut bei Winterdepression bewährt. Bringen sowohl Tageslicht als auch Präparate wie Johanniskraut keine Besserung, kann es sinnvoll sein, eine vorübergehende Behandlung mit Antidepressiva aufzunehmen und eine*n Psychotherapeut*in aufzusuchen. Die entscheidende Voraussetzung für den Einsatz von Antidepressiva ist eine sorgfältig gestellte Diagnose. Antidepressiva sollen dazu führen, die Verfügbarkeit der Botenstoffe für die Signalübertragung im Gehirn zu verbessern.

ACHTUNG! Wegen möglicher Wechselwirkungen mit diversen anderen Medikamenten muss die Einnahme von Johanniskraut aber mit Ihrem behandelnden Arzt/Ärztin oder mit Ihren Apotheker:innen besprochen werden. Johanniskraut darf nicht in Kombination mit einer Lichttherapie angewendet werden, weil die Heilpflanze die Haut lichtempfindlicher macht, sodass die Bestrahlung leichter Hautschäden verursacht.

Tipps für Betroffene und Angehörige

Als Angehörige:r ist es wichtig, Geduld zu haben und die depressive Person zu motivieren, sich Hilfe zu holen. Das fällt den Betroffenen oft sehr schwer.

Notfallkontakt: Sollten Sie keinen Ausweg mehr sehen, dann können Sie sich an verschiedene Stellen wenden. Neben den Hilfsangeboten von Einrichtungen in Ihrer Nähe, können Sie Hilfe auch anonym und kostenlos per Telefon oder online erhalten.  

Allgemeine Kontaktadressen

  • Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Nummern  142
  • Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche  147
  • Ö3-Kummer-Nummer  116 123

Quellen-Informationen

https://www.netdoktor.at/krankheiten/depression/winterdepression/

https://www.schwabe.at/winterdepression/

https://www.allianz.at/de_AT/blog/gesundheit-vorsorge/winterdepression.html

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